Nach dem Interview mit Ruben haben wir in der zweiten Ausgabe unseres Magazins mit Aaron Hadlow geprochen , der im Bereich technisches Kiten die absolute Referenz ist. Schon seit Jahren setzt er im Bereich Freestyle die Maßstäbe. Er macht nicht mehr nachvollziehbare Tricks und lässt sie einfach aussehen. Auf dem Wasser fällt Aaron durch seinen flüssigen, katzenhaften und eleganten Style sofort auf.
KITELIFE: Auch dir wollen wir zunächst die Weise Frage nach der Frage stellen, die wir dich besser nicht fragen: Welche Frage kannst du nicht ausstehen?
Aaron: Ich würde mal sagen: ‘Was ist dein Lieblingstrick’. Ich werde das oft gefragt, aber in der Zeit zwischen dem Interview und der Veröffentlichung des Interviews hat er sich meist schon geändert. Deswegen sage ich einfach nur: ‚Der letzte…’. Nur falls sich jemand wundert.
KITELIFE: Wo bist du grad und mit wem trainierst du?
Aaron: Ich weiß noch nicht, wo ich in dem Moment sein werde, wenn das Magazin rauskommt, aber im Moment bin ich noch in Südafrika. Ich trainiere gerade alleine, aber vor ein paar Monaten habe ich noch mit Ruben trainiert. Wir hatten richtig viel Spaß.
KITELIFE: Dreifacher World Champion… Hut ab! Wie wichtig sind dir Contests eigentlich?
Aaron: Ich mag Wettkämpfe. Ich mag sie, weil sie mir eine Rangliste geben. Ich will der weltbeste Kiter sein und wenn ich keine Wettkämpfe habe, würde ich es nie wissen. Die PKRA kommt an einen internationalen Vergleich noch am ehesten ran. Ich könnte genauso versuchen, der beste unabhängige Fahrer zu sein, aber ich prüfe mich gerne selbst. Es mag schon sein, dass es bessere Fahrer gibt, von denen ich noch nichts weiß und wenn es sie gibt, will ich gegen sie antreten. Ich gewinne gerne und Weltmeister zu werden ist ein großartiges Gefühl.
KITELIFE: Ich gehe mal davon aus, dass du sehr hart trainierst. Hast du nicht manchmal die Schnauze voll vom Trainieren oder sogar vom Kiten?
Aaron: Es gibt Tage an denen läuft es einfach nicht so, wie ich es mir wünsche und komme total verärgert vom Wasser. Das ist aber normal. Insgesamt überwiegt aber der Spaß deutlich. Ich habe es auch nie über, neue Tricks zu probieren. Im Gegenteil, gerade das ist meine Hauptmotivation. Ich genieße die Zeit auf dem Wasser generell, aber wenn ich dann einen neuen Trick das erste mal stehe, das sind die größtem Momente.
KITELIFE: Was ist dein Lieblingsspot und warum?
Aaron: Diese Frage wird mir oft gestellt und sie ist wirklich schwer zu beantworten. Es gibt auf der Welt so viele gute Spots und davon einen auszusuchen fällt wirklich schwer. Jeder Spot hat seine Besonderheiten, die ihn gut machen. Es hängt davon ab, was man machen will. Ich selber mag Freestyle und von daher finde ich Flachwasser super. Das kann aber auch mit der Zeit langweilig werden, dann mag ich Spots mit kleinen Wellen als Kicker recht gerne. Ich würde mal sagen Südafrika, da es eine solche Vielzahl an unterschiedlichen Spots gibt und du kannst alle Bedingungen in wenigen Stunden erreichen. Aber auch Brazilien, die Karibik und Ägypten mag ich sehr gern
KITELIFE: Wir fragen bewusst nicht nach deinem Lieblingstrick, aber welche Art von Tricks magst du am liebsten?
Aaron: Das kommt ein wenig darauf an, wie ich mich fühle. Was Freestyle angeht versuche ich ja immer, das Level zu verschieben und auf die neuesten Tricks noch einen draufzusetzen. Im Moment sind Variationen von doppelten Handlepasses meine liebsten Tricks. Aber wenn es mit 40knt ballert nehme ich auch gerne meinen Siebener und mache nichts anderes als fette Kiteloops. An anderen Tagen mit guten Wellen bin ich auch gerne mal strapless in Wellen unterwegs.
KITELIFE: Was meinst du, ist die Richtung, in die sich Freestyletricks entwickeln werden?
Aaron: Was wir gerade machen ist alles sehr tecnisch, aber es kommen jetzt auch brutale, schnelle und hohe Kiteloops hinzu. Ich glaube es wird zwar weitergehen mit den technisch anspruchsvollen Tricks, aber Power und Geschwindigkeit werden in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen.
Aaron: Ich habe seit kurzem den welthöchsten Bungeesprung hinter mir. Das war ziemlich krank. 216m hoch und sechs Sekunden freier Fall…
KITELIFE: Welche Ziele hast du für deine Zukunft?
KITELIFE: Lass uns über deinen Freund Ruben Lenten sprechen. Was hältst du von seinem Style verglichen zu deinem?
Aaron: Ruben kitet sehr eindrucksvoll und hat die Fähigkeit, die Mengen zu faszinieren. Er macht es 100% und auch wenn es mal nicht der schwierigste Trick ist, wie richtig fette Kiteloops, er schafft es, das ganze explosiv aussehen zu lassen. Das ist großartig, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen: Kitesurfen in ein neues Level zu bringen. Ich versuche gerade neue Tricks zu erfinden, um die PKRA noch einmal zu gewinnen, daher basiert mein Stil eher auf technisch schwierigem Kiten. Was Ruben macht, ist Spaß und wenn es wirklich viel Wind hat, habe ich auch meinen Spaß daran, nach seinem Stil zu kiten. Bei wenig Wind kann das allerdings schwieriger sein. Wenn sich die Regeln der Contests verändern, kann es durchaus sein, dass mehr Fahrer in diese Richtung gehen.
KITELIFE: Hat Ruben deinen Stil beeinflusst?
Aaron: In gewisser Weise schon. Ich habe normalerweise schon versucht, alles so schnell und hart wie möglich zu machen, aber es gab Tage an denen ich das nicht getan habe (Zum Beispiel, wenn ich müde war). Ich habe von ihm gelernt, etwas 100% zu machen, oder es gleich ganz sein zu lassen.
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