Alvaro Onieva gehört schon lange zur internationalen Kiteszene. Schon seit Ende seiner Schulzeit, dreht sich sein Leben ausschließlich ums Kitesurfen. Mit Erfolg, denn mittlerweile hat er es in die Top3 der PKRA geschafft. Doch auch hinter den Kulissen spielt Alvaro eine wichtige Rolle. Wir unterhielten uns mit ihm über seine Erfolge, sein bisheriges Leben und seine Philosophie.
Kitelife: So lange wir uns erinnern können fährst du bei Contests mit. Dieses Jahr bist du bei der PKRA zum ersten Mal auf dem Treppchen gelandet, herzlichen Glückwunsch. Und nun? Was kommt jetzt?
Alvaro: Danke. Ich war bereits bei der ersten in der PKRA mit dabei. Aaron und ich sind die einzigen, die von Beginn an bis jetzt jedes Jahr mitgefahren sind. Leider habe nie einen Stopp gewonnen, aber wenigstens bin ich oft zweiter geworden. Und beim PKRA Slider Contest in Italien wurde ich erster. Das Gewinnen ist schon das beste und ich arbeite sehr hart dafür. Im ersten Jahr bin ich sechzehnter geworden. Das Jahr darauf war ich achter, dann siebter, danach sechster, letztes Jahr vierter und dieses Jahr habe ich mit vielen Punkten den dritten Platz geschafft. Bis jetzt habe ich mich jedes Jahr um mindestens einen Platz verbessert. Wenn das jetzt noch einmal klappen soll, dann wird das nicht einfach. Aaron und Kevin sind derzeit allen anderen voraus, aber keiner ist unschlagbar. Es ist nicht unmöglich und ich glaube, dass ich es schaffen kann.
Kitelife: Hast du einen Trainer, der dir dabei hilft?
Alvaro: Ich hatte mal einen, aber der hatte irgendwann genug von mir. Es gibt trotzdem viele, die mir helfen. Das ist echt großartig. Aber motivieren muss ich mich schon selbst. Hin und wieder gehe ich in ein Fitnesscenter um mich in Form zu halten, wenn längere Zeit kein Wind ist. Aber das kommt eher selten vor, denn zum Glück habe ich gute Trainingsbedingungen. Meine Eltern haben sowohl in Malaga und Tarifa ein Haus und ich fahre immer dorthin, wo es gerade am besten ist.
Alvaro: Oh… das ist aber wirklich lange her. Nein, Absicht war das nicht. Dass ich disqualifiziert wurde, hat mich schon überrascht. Während des Wettbewerbs haben wir gemerkt, dass diese Weste einfach störte. Die Leash blieb ständig hängen und so konnten wir einige Tricks nicht springen. Im Finale hatten wir einen großartigen Lauf, wir waren beide sehr happy. Als wir am Strand angekommen sind, kamen die Judges und haben uns mitgeteilt, dass wir disqualifiziert sind. Das war schon sehr strikt. Ich wollte zwar nicht disqualifiziert werden, ich wollte aber unbedingt Spaß auf dem Wasser haben.
Kitelife: Wie hat sich denn dein Leben seither verändert?
Alvaro: Die letzten Jahre waren schon wirklich aufregend und schön. Die Wettkämpfe und das Training haben mich an Spots in den verschiedensten Teilen der Erde geführt. Ich habe das Gefühl, ein Teil der Entwicklung dieses Sports zu sein. Seit vielen Jahren entwickle ich meinen Style und passe ihn an das an, was gerade Stand der Dinge ist. Anfangs sind wir Nofoots gesprungen und jetzt geht es darum, doppelte Handlepasses zu zeigen. Es ist toll, an den Veränderungen teilzuhaben und sie mit zu beeinflussen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Die für mich größte Veränderung der letzten Jahre ist die Firma, die wir vor kurzem gegründet haben. Das hat meine Einstellung zum Job und zum Kitesurfen stark verändert. Jetzt lerne ich wie ich die Fahrer manage, ich arbeite als Designer, als Tester und Firmeninhaber. Und vor allem ist es für mich eine neue Motivation aufs Wasser zu gehen und den Leuten zu zeigen, wie gut unsere Produkte funktionieren. Und ich genieße es jeden Tag mehr. Kitesurfen macht nun noch mehr Sinn für mich.
Kitelife: Eine eigene Firma? Was für eine Firma? Wer ist „wir”.
Alvaro: Ich habe gemerkt, dass die Industrie die Produkte eher für die breite Masse entwickeln, nicht für die Pros. Deshalb wollte ich etwas eigenes anfangen. Unsere Firma heißt Balance Riders Philosophy. Wir, das sind die Fahrer. Es gibt nicht einen großen Firmenchef, der das Sagen hat. Wir haben damit angefangen, eigene Boards für unsere Anforderungen zu bauen. Ich bin schon so lange als Teamfahrer in die Entwicklung involviert, jetzt versuche ich diese Erfahrung in die eigenen Produkte umzusetzen. Es gibt bereits ein Promodel von mir und schon bald wird eines von Youri Zoon kommen. Wir wissen sehr gut, worauf es uns bei Boards ankommt und bekommen daher mittlerweile ein sehr gutes Feedback. Es funktioniert für uns und das ist für uns wichtig. Das ist auch die Idee: Von den Fahrern, für die Fahrer. Im Moment machen wir Boards, doch bald sollen auch Accessoires hinzukommen. Und wohin es sich dann entwickelt, werden wir noch sehen.
Kitelife: Werdet ihr dann auch Kites bauen? Man sieht dich immer mit den alten Yargas fliegen. Bist du denn mit den neuen nicht zufrieden?
Alvaro: Nein, erst einmal bauen wir keine Kites, denn dazu fehlt uns das Know-How. Wir haben es nicht vor, erst einmal sind andere Produkte wichtiger. Was den Yarga angeh: Der neue Yarga ist ein Hybridkite, eher für die breite Masse und nicht 100% Freestyle. Für mich muss ein Schirm solide, stabil am Himmel und schnell sein. Viel Depower brauche ich nicht. Daher mag ich es eher, wenn ein Kite so einfach wie möglich gehalten ist. Nächstes Jahr soll wieder ein reiner C-Kite von Best kommen und bis dahin fliege ich weiter meine Yarga Pros.
Kitelife: Jetzt aber noch einmal zurück zu deiner Firma. Was hat der Name Balance Riders Philosophy zu bedeuten? Was steckt denn für eine Philosophie dahinter?
Alvaro: Meine Philosophie ist es, in allem was ich mache meine persönliche Balance zu finden. Ich versuche, so viel wie möglich für andere zu geben, denn wenn die Leute in meinem Umfeld glücklich sind, machen sie mich glücklich. Und ich wünsche mir, dass diese Einstellung noch mehr Menschen übernehmen und ihre eigene Balance finden. Auch sind wir die direkte Verbindung von dem, was wir auf dem Wasser empfinden und dem, was wir in den Boards verwirklichen. Deswegen nennen wir unsere Firma Balance Riders Philosophy. Mir ist diese Philosophie schon wichtig und hoffe möglichst viele davon begeistern zu können.
Kitelife: Na dann viel Erfolg für das nächste Jahr. Wir sehen uns dann bei der nächsten PKRA in St. Peter. Vielleicht auch wieder auf dem Treppchen
Alvaro: Danke. Auf jeden Fall werde ich mein bestes geben.





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