Starten und Landen

Auch wenn das Thema Starten und Landen vielen lächerlich erscheint, weisen wir ganz bewusst darauf hin, dass sich die meisten Unfälle beim Starten und Landen ereignen. Möglicher Grund dafür ist eben diese Lässigkeit, die man in Ufernähe gegenüber anderen Kitern ausstrahlen muss. Wir empfehlen dennoch, alle Eventualitäten beim Starten und Landen zu checken, um nicht sich selbst oder andere in Gefahr zu bringen. Leider hören wir bei verunglückten Kitern meist von Start-oder Landemanövern, die schiefgelaufen sind. Die Unsicherheit beim Starten und Landen gepaart mit einer falschen Schirmgröße kann schnell zur Gefahr werden. Daher geben wir dir eine Guideline, worauf du unbedingt achten solltest.

Wir empfehlen vor jedem Training, die Windstärke und -richtung zu ermitteln, damit die Sicherheit und die notwendige Orientierung zum Wind gewährleistet sind. Auch die Wahl des Materials hängt unmittelbar von der Windstärke sowie dem eigenem Fahrkönnen und Körpergewicht ab. Zumeist passieren Unfälle im Wassersport, weil die äußeren Bedingungen unterschätzt werden beziehungsweise das jeweilige eigene Level überschätzt wird. Eine weitere wichtige Komponente für einen sicheren Start- und Landevorgang ist ausreichend Platz nach Lee, der zwingend vorhanden sein muss!

Sicherheitssysteme
Es gibt beim Kiten mittlerweile ein sehr gut funktionierendes dreistufiges Sicherheitssystem, welches final die Option bietet, sich komplett vom Sportgerät zu lösen. Innerhalb eines VDWS-Kurses sowie in jeder gescheiten Kiteschule wird die Vorstellung und Handhabung dieses Sicherheitssystems immer vor den ersten Flugübungen vermittelt.

Erste Sicherheitsstufe: Bar loslassen – Hände weg!
Leichter gesagt als getan, da die Alltagsmotorik gern zurückziehen würde, wenn es uns zieht. Deshalb muss auch ein simples Barloslassen und das Erkennen von Situationen, in denen das angemessen ist, im Kurs geübt werden.
Was passiert: Die Steuerleinen haben keine Spannung mehr und der Kite sinkt drucklos am rechten oder linken Windfensterrand zu Boden.

Zweite Sicherheitsstufe: Quickrelease betätigen!
Stufe eins hat nicht gereicht? Es zieht noch, du fühlst dich nicht wohl oder willst eine Selbstrettung durchführen? Dann beide Hände an das Quickrelease und auslösen. Das Quickrelease und dessen äußere Erscheinung sowie die Richtung des Auslösens können von Hersteller zu Hersteller variieren. Deshalb auf jeden Fall vor Gebrauch eines unbekannten Schirms das Sicherheitssystem anschauen und testen!
Was passiert: Der Kite hängt je nach System nur noch an einer oder zwei Leinen, alle anderen haben keine Spannung mehr. Der Kite ist nun flugunfähig und nur noch an der Safety-Leash mit dir verbunden.

Dritte und letzte Stufe: Safety-Leash auslösen!
Wird kaum genutzt, ist aber dennoch unerlässlich – die Möglichkeit, sich ganz vom Material zu trennen. Es ist richtig was schiefgelaufen, auch nach Stufe eins und zwei entwickelt der Kite noch Zug. Dann die Safety-Leash auslösen, die bei Einsteigern im Idealfall nicht am Rücken, sondern im vorderen oder seitlichen Bereich des Trapezes befestigt ist, wo sie gut zu erreichen ist.
Was passiert: Alles fliegt weg! Der Kite und seine Leinen sind nun gegebenenfalls ein Sicherheitsrisiko für andere Wassersportler oder Schwimmer.

Starten und Landen

Es sieht so leicht aus, der Kite hat nicht viel Zug und alle machen es ganz lässig am Strand. Unser Tipp: Nicht täuschen lassen! Die ersten Startversuche auf jeden Fall im Kurs gemeinsam mit dem Lehrer machen. Wir haben uns in der folgenden Sequenz für den einhändigen Start und die einhändige Landung entschieden. Viele Lehrer unterrichten mittlerweile so, dass eine Hand ganz dosiert auf die Bar aufgelegt wird, während der Kite ein bis zwei Meter steigt. Dann wird die Hand erst mal wieder weggenommen und der Kite sinkt am Windfensterrand zurück auf das Wasser. So kann man sich ganz langsam immer weiter nach oben tasten, ohne Gefahr zu laufen, mit der anderen Hand zu versteuern oder zu impulsiv in die Gegenrichtung zu ziehen. So auf elf beziehungsweise ein Uhr kommt dann die andere Hand dazu und stoppt den Kite dosiert auf zwölf Uhr ab.