Duotone Jaime 2019

Die Fakten
Diese Zahl muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Das 16. Jaime erblickt das Licht der Welt. Damit gehört das ursprünglich als Pro Model von Jaime Herraiz etablierte Board zweifellos zu den Modellen mit den meisten Dienstjahren. Neben der hier getesteten konventionellen Version gibt es auch weiterhin ein Schwesterboard in Carbonbauweise für Fahrer, die ein straffer abgestimmtes Fahrwerk bevorzugen oder etwas mehr Gewicht auf die Waage bringen. Das sogenannte Jaime Textreme wandelt mit einem Aufpreis von 400 Euro gegenüber dem konventionellen Modell aber auch in ganz anderen Sphären. Für die Saison 2019 hat sich mit Duotone aber nicht nur der Markenname vor dem Produktnamen geändert, auch der Rumpf wurde stark modifiziert. Als einzige der Range sind beide Jaime-Boards mit der neuen Double-Diffusor-Unterbodenkonstruktion ausgestattet, die durch ihre markanten Konturen die Wasseroberfläche brechen und damit den Fahrkomfort sowie die Kontrolle bei Landungen steigern soll. Zusätzlich nehmen die Unterbodenkonturen aber auch positiven Einfluss auf die Führung des Boards. Um einen noch ausgeprägteren Popp zu generieren, wurde der Rumpf im Bereich der Boardmitte etwas härter gestaltet.
Dass es hier aber eindeutig auch um eingehakte Manöver mit viel Oldschool-Attitude geht, unterstreichen die seitlich platzierten Grab Rails für eine bestmögliche Kontrolle bei Board-offs.

Gewohnt vielseitig, mit einer etwas ausgeprägteren sportlichen Seite, zeigt sich das Duotone Jaime als absoluter Spaßgarant für Aufsteiger bis Experten.

Auf dem Wasser
Zu den absoluten Frühgleitern zählt das Jaime nicht, liegt mit seiner Bereitschaft, in die Gänge zu kommen, aber dennoch in einem sehr attraktiven Bereich. Die Beschleunigung ist im guten Mittelfeld angesiedelt und bringt das Board auf eine doch ziemlich spritzige Maximalgeschwindigkeit. Das Fahrgefühl zeigt sich durchweg sportlich agil. Ob schnelle Kantenwechsel oder radikale Turns, limitierende Faktoren gibt es hier keine. Bis in enge Radien lässt sich das Jaime drücken, ohne dass der Fahrer nur den Gedanken an ein mögliches Rutschen der Kante verschwenden müsste. Kontroll-verluste scheinen aber allgemein ein Fremdwort für den Altmeister zu sein, denn auch beim Cruisen zeigt sich die gute Mischung aus freiem Fahrgefühl und ausgeprägter Führung für eine leichte Beherrschbarkeit verantwortlich. Lediglich Anfänger finden im Angebot von Duotone Boards, die den Freeride-Aspekt noch attraktiver abdecken als das Jaime, dafür aber eben auch nicht diese Sportlichkeit an den Tag legen. Und die ist ganz klar eines der Paradeattribute dieser Schnitte. Ganz egal, ob es um FreestyleTricks im Unhooked-Bereich oder um Big Airs geht, das Jaime liefert. Wer schneidig ankantet, kann enormen Zug auf der Kante aufbauen und dem Board einen fabelhaften Popp entlocken. Um diese Leistung zu erleben, bedarf es nicht einmal der ausgereiftesten Technik, da die Abstimmung des Boards genau so gewählt ist, dass nicht nur Profis in den sechsten Gang schalten können. Besonders bei der Kompensation schneller Landungen hat das Jaime in diesem Jahr hinzugewonnen. Die neue Unterbodenkonstruktion trägt einen großen Teil dazu bei, dass sich die gewünschte Kontrolle schnell wieder einstellt.

 

Fazit
Gewohnt vielseitig, mit einer etwas ausgeprägteren sportlichen Seite, zeigt sich das Duotone Jaime als absoluter Spaßgarant für Aufsteiger bis Experten. Wer mit einem Twintip alle Facetten des Kitesurfens abdecken möchte und eine gute Mischung aus Komfort und Leistung sucht, ist mit diesem Board sehr gut beraten.