GA Pure 9m² 2019

Die Fakten
Einen vielseitigen Schirm mit großem Einsatzspektrum verspricht GA mit dem neuen Pure. Besonders im Freestyle und in der Welle soll der breit aufgestellte Dreistrutter Punkte sammeln, den Designer Urs Hungerbühler einem dezenten Feintuning unterzogen hat. Für einen noch stabileren Stand am Himmel und ein differenzierteres Bar-Gefühl wurde die Waage leicht modifiziert. Die beiden jeweils unteren Angriffspunkte sind dafür weiter in Richtung der Tips gerutscht. Darüber hinaus wurden die Konstruktion und die Geometrie des Vorgängers beibehalten. Auch 2019 geht der Pure als Fliegengewicht mit drei Struts an den Start, setzt auf eine leicht nach hinten gepfeilte Fronttube, breite Tips und eine tiefe, C-ähnliche Wölbung. Wichtig zu erwähnen ist hier auch die auffallend günstige Preisgestaltung. Fast 300 Euro liegt der Pure beispielsweise unter dem Obsession von RRD und auch die Bar ist mit nur 399 Euro preislich ziemlich attraktiv.

Von Gaastra als Hybridkite für Freestyler und Wave-Kiter angepriesen, überzeugt der Pure deutlich weitreichender als nur in diesen beiden Bereichen.

Auf dem Wasser
Im unteren Windbereich kann der Pure mit beispielhafter Performance glänzen. Sehr früh steht bereits viel Dampf zur Verfügung, womit er sich in dieser Hinsicht in die absolute Spitzengruppe katapultieren kann. Einen langen Atem besitzt das Multitalent von GA auch nach oben hinaus, denn die effektiv arbeitende Depower ermöglicht eine effiziente Zugkraftreduzierung, womit der Schirm bis in das absolute High End gut kontrollierbar bleibt. Obwohl der Pure ein sportliches Gesamtkonzept verfolgt, lassen die Komfortwerte durchaus auch eine Empfehlung für weniger erfahrene Kiter zu. Ruppigkeit ist für diesen Schirm ein Fremdwort. Zwar geht es hoch her, wenn er seine Muskeln spielen lässt, zugleich kann die enorme zur Verfügung stehende Kraft aber leicht kontrolliert werden. Der Shape der Kappe hat es uns vorab schon vermuten lassen, in Turns gibt sich der Pure keine Blöße. Schnurstracks und in durchaus engen Radien zirkelt er seine Turns schön rund in den Luftraum und zeigt dabei eine lineare Kraftentwicklung. Leistung muss hier wirklich in keiner Hinsicht vermisst werden. Dazu zählt auch das Sprungtalent des Dreistrutters. Flink marschiert er, durch den Fahrer auf den Weg geschickt, nach hinten und liefert ab dem mittleren Windbereich einen so kraftvollen Lift, dass die Bezeichnung Freestylekite hier absolut zutrifft. Selbst die Hangtime fällt so stark aus, dass man von einem echten Allroundtalent sprechen kann. Stellt sich natürlich die Frage, ob es überhaupt einen Bereich gibt, in dem der Pure kein absoluter Primus ist. Und obwohl man es kaum vermuten mag: Es gibt ihn. Im untersten Windbereich zeigt sich der Kite mit seiner geringfügig nach hinten gezogenen Fronttube beim Wasserstart nämlich etwas anspruchsvoller und möchte erst leicht angekippt werden, bevor er über den Zug an einer Steuerleine startet. Ab dem mittleren Windbereich genügt hingegen das Ziehen und Halten einer Steuerleine, um die Session fortsetzen zu können.

 

Fazit
Von Gaastra als Hybridkite für Freestyler und Wave-Kiter angepriesen, überzeugt der Pure deutlich weitreichender als nur in diesen beiden Bereichen. Durch den großen Windbereich, die zwar hohen, aber gut kontrollierbar freigegebenen Kraftreserven und das perfekt definierte, leichte Bar-Gefühl kann der Pure auch als sportlicher Freerider absolute Topwerte erzielen. Ein Allrounder oberster Güteklasse, der insbesondere beim Bar-Gefühl, der Fluggeschwindigkeit und der optimal differenzierten Steuerung zulegen konnte.