NORTH Orbit

Think big! Diese Strategie verfolgt North nicht nur bezogen auf die personelle Qualität des Big-Air-Teams, sondern auch auf das Werkzeug, das den Himmelsstürmern zur Verfügung gestellt wird. Der Orbit 2024 wird nicht ohne Grund als King of the Big-Air-Kites bezeichnet.

DIE FAKTEN Je leichter der Kite und je direkter das Steuerverhalten, desto mehr Lift lässt sich generieren und entsprechend höher fallen die Sprünge aus. Mit dieser Strategie haben sich die Designer von North dem 2024er-Orbit gewidmet. Im Zentrum der Bemühungen stand ein harmonischerer Shape der Leading Edge, mit einem geschwungeneren Bogen, der an den Schultern etwas schmaler und an den Tips breiter ist. Die Tips haben jetzt eine eher bielliptische Form für geringeren Luftwiderstand und eine schnellere Drehgeschwindigkeit, während ein etwas tieferes Profil in der Mitte für mehr Auftrieb sorgt. Die Änderungen an den Tips haben auch eine Überarbeitung der Waage und eine Neupositionierung ihrer Befestigungspunkte nach sich gezogen, was den bisher stabilsten Orbit zutage bringen soll. Bei den kleineren Größen wurden zudem das Streckungsverhältnis leicht verringert und die Profile verfeinert, um die Hangtime zu steigern und einen schnelleren, engeren Turnradius für Doubles und S-Loops zu erzielen. Bei den größeren Größen hat North die Profile aktualisiert, um ein lebendigeres und reaktionsfähigeres Fahrgefühl zu erzielen und die Performance im unteren Windbereich für schwerere Fahrer zu verbessern. Außerdem konnte das Gesamtgewicht des Kites durch leichtere Bladder in jeder Größe reduziert werden.

AUF DEM WASSER Mit kraftvollem Charakter präsentiert sich der Orbit im unteren Windbereich und steht den Vertretern von Duotone und Core dabei nur minimal nach. Durch die Kombination aus flacherem Mittelteil und deutlich nach innen gezogenen, breiten Tipsegmenten, schafft er es, ein für diese Kitekategorie auffallend rundes, enges Drehverhalten an den Tag zu legen. Keine Selbstverständlichkeit für ein Fünf-Strut-Gerüst. In Loops harmoniert dieses Flugbild sehr schön mit dem gut vorhersehbaren Kraftaufbau des Kites. Auch in der vierten oder fünften Etage durchgeloopt besticht er mit exzellenter Dosierbarkeit, einer hervorragenden Rückmeldung an der Bar und zielsicherem Auffangen des Fahrers. Kein anderer Kite in diesem Vergleich verhält sich im Loop so intuitiv. Eins mit Sternchen! Die Reaktivität dürfte für unseren Geschmack noch etwas ausgeprägter sein, ansonsten ist an der Bar Komfort Trumpf – die Halte- und Steuerkräfte fallen ziemlich gering aus. Auch im absoluten Highend wird der Orbit trotz seiner starken Leistungsreserven nicht zu einem unkontrollierbaren Wilden. Wer bereit ist, sich ordentlich in die Höhe zu schrauben, darf sich ab dem oberen Windbereich auf einen satten Lift freuen, der kraftvoll, aber nicht progressiv nach oben schießt und auch nicht schwer abzurufen ist. Die Hangtime spielt in der Spitzenliga, steht der von XR Pro und Rebel SLS aber etwas nach. Für ausgehakte Manöver steht ein ausreichend guter Pop zur Verfügung, der Slack ist da- gegen nicht stark ausgeprägt. Die Wasserstartbereitschaft hingegen schon. Mit Zug an einer Steuerleine dreht sich der Orbit über das Tip blitzschnell wieder gen Himmel.

FAZIT Der Orbit ist auch 2024 eine absolute Ausnah- meerscheinung. Er kombiniert Freeride-Komfort und Megaloop-Ambitionen so harmonisch miteinander wie keiner der anderen Kandidaten im Test. Geht es um kontrollierte und zugleich kraftvolle Loops mit bestmöglicher Dosierbarkeit, macht ihm hier niemand etwas vor. Ebenso nicht bei der Zielgruppe, denn die ist durch seine guten Komfortwerte breiter gefächert als bei den übrigen Kandidaten.